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Der "Yesterday Man" in Kleintettau


Chris Andrews

Chris Andrews begeistert am Samstag die Besucher im proppenvollen Festzelt von Kleintettau. Mehr als tausend Fans feiern den Oldie-Star frenetisch. Auch "Dan aus Illinois" bekommt Applaus.

Die ersten Takte von "Long Live Love" ertönen aus der Kehle von Chris Andrews, als Carl August Heinz am Samstag im Kleintettauer Festzelt sein Sakko abstreift. Es stört ihn in seinem ungehemmten Bewegungsdrang, also muss es runter. Das Herausschlüpfen gelingt dem Unternehmer noch ziemlich elegant, das Binden um die Hüfte gerät dann doch ein wenig unfachmännisch. Aber was soll's? Irgendwo muss das Sakko ja hin. Schließlich will Heinz tanzen, und zwar sofort.

So wie dem Unternehmer geht es unzähligen Besuchern der Internationalen Oldie Night aus Anlass des 350. Geburtstags von Kleintettau und Heinz Glas. In Scharen strömen die Menschen aus dem ganzen Zeltbereich vor zur Bühne, auf der der 68 Jahre alte Christopher Frederick Andrews Gas gibt, als gäbe es kein Morgen. Sie tanzen ausgelassen, jubeln dem "Yesterday Man" frenetisch zu und singen seine Texte begeistert mit. Die, die sitzen geblieben sind, klatschen im Takt oder schunkeln. Vom Schulkind bis zur Oma sind alle Altersklassen am Feiern. Die Stimmung im Festzelt scheint auf dem absoluten Höhepunkt angelangt.

Doch Chris Andrews und die Thüringer Golden Sixties Band legen noch eine Schippe drauf. Der sympathische Engländer, der seine Fans in "Kleinte-te-tau" herzlich begrüßt hat, lässt sich von seiner Frau und Managerin Alexandra eine Sonnenbrille reichen und greift zur Gitarre. Es folgt eine Huldigung an Buddy Holly und eine der wohl fetzigsten Versionen des Klassikers "Oh Boy". Das ist der Moment, an dem die Tanzfläche eigentlich wegen Überfüllung geschlossen werden müsste. Die Kleintettauer behelfen sich auf ihre Weise und weichen einfach in die Gänge zwischen den Sitzbänken aus. Von dort aus hören sie die ersten Takte von Andrews' Kracher "Pretty Belinda", singen den Refrain gleich selbst mit und werden erst etwas ruhiger, als der Maestro mit "Stand by me" einen Gang runterschaltet.

Dann muss auch der 68-Jährige einmal durchschnaufen. Er greift zum Bierglas, trällert "Ein Prosit der Gemütlichkeit" ins Mikro und stößt mit der versammelten Festgemeinde an. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn für das Finale seines rund 50-minütigen Auftritts braucht Andrews wieder Kraft. Bei "Michael row the boat Ashore" und "Do Wah Diddy" gibt er nochmal richtig Vollgas, bevor er um 22.31 Uhr mit seinem Welthit "Yesterday Man" zum finalen Tanz bittet. Die Kleintettauer danken ihm seinen Auftritt mit tosendem Applaus.

Nach dem Bühnenfeuerwerk strömen die Gäste nach draußen, wo ein richtiges Feuerwerk auf sie wartet. Minutenlang leuchtet der Nachthimmel über Kleintettau in bunten Farben, ehe es die Gäste wieder ins Zelt zieht. Dort steht Carl August Heinz, der sein Sakko zwischenzeitlich wieder angezogen hat, auf der Bühne und sagt einen "special guest" an. "Dan aus Illinois", ein Verwandter der Familie Heinz, greift zur Gitarre. Was folgt, ist ein einfach nur wunderschönes "House of the Rising Sun", das die Tanzflächen abermals bersten lässt. Von dem Elan des Amerikaners angesteckt, springt die Sixties Band gleich mit auf die Bühne und macht bis weit nach Mitternacht das, was sie schon den ganzen Abend über gemacht hat: erstklassige Musik aus den 60er-Jahren.

Und Carl August Heinz? Der herzt erst seinen "Dan aus Illinois" und genießt dann wie alle anderen weiter die Oldie Night in grenzenloser Glückseligkeit. Was für ein Abend.

Quelle: www.np-coburg.de


29.08.2011

Restkarten an der Abendkasse


Für ALLE Veranstaltungen des Festwochenendes "350 Jahre Kleintettau"
sind noch Restkarten an der Abendkasse verfügbar!

Die Highlights:

25.08.2011 - 19:00 Uhr - HEIMATABEND

26.08.2011 - 20:00 Uhr - DORFROCKER

27.08.2011 - 20:00 Uhr - CHRIS ANDREWS und die Golden Sixties Band




21.08.2011

350 Jahre Kleintettau


350 Jahre Kleintettau


17.08.2011

Festausschuss spendet 1050 Euro


Bild zu Festausschuss spendet 1050 Euro

„Bis zum Ende des Schuljahres kommen wir damit hin“, freute sich der stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Ortsverband Tettau, Franz Kluge über die Spende in Höhe von 1.050 Euro.
Diese Unterstützung überreichte der Vorsitzende des Festausschusses „350 Jahre Kleintettau und Heinz-Glas“, Werner Vetter am Dienstagabend im Rahmen einer Zusammenkunft.
Wie die Vorsitzende der AWO Tettau, Martina Seitz, erklärte, soll die Spende für die Mittagsbetreuung im Markt Tettau verwendet werden. Gerade in diesem Jahr sei eine steigende Tendenz dahingehend zu beobachten, dass Eltern aufgrund ihrer finanziellen Lage den monatlichen Beitrag in Höhe von 40,00 Euro für die Mittagsbetreuung ihrer Kinder nicht aufbringen können.

Daher freue es den AWO-Ortsverband umso mehr, dass nun doch alle 15 Grundschüler in den nächsten Monaten weiterhin das Betreuungsangebot wahrnehmen können. Abgesehen, vom pädagogischen Effekt ist die Mittagsbetreuung für die Kinder auch ein Ort, an dem sie sich wohlfühlen können. Die Eltern wissen, dass ihr Nachwuchs gut aufgehoben ist.

Werner Vetter betonte, dass es dem Festausschuss ein Anliegen gewesen sei, den Erlös des „etwas anderen Festkommerzes `350 Jahre Kleintettau und Heinz-Glas`“ (siehe FT vom 3. April 2011) einer Organisation zukommen zu lassen, die in der Tat auf Hilfe angewiesen sei.

Bei der Versammlung des Festausschusses wurde unter anderem auch der nächste Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2011 besprochen. Dieser findet am letzten Augustwochenende zusammen mit der Kirchweih statt. Das Programm beinhaltet unter anderem Heimat- und Jugendabend, Kirchweih-Trachtenumzug und Festgottesdienst.


27.04.2011

Kleintettau feiert Jubiläum und Heinz-Glas


Bild zu Kleintettau feiert Jubiläum und Heinz-Glas

Mit einem Theaterstück über die Entstehung von Heinz-Glas und Kleintettau sowie mit einen Rückblick, dargebracht von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold, feierte am Freitagabend das Glasmacherdorf sein 350-jähriges Jubiläum.

Die Festhalle platzte aus allen Nähten. Kein Politiker ergriff das Wort und dennoch waren alle begeistert. Dafür bewies der oberfränkische Regierungspräsident Wilhelm Wenning, das er nicht nur am Redepult, sondern auch auf der Bühne ein gutes Bild abgeben kann. Die weitere stellvertretende Landrätin Jutta Laczo brillierte als Ehefrau von Hans Heinz.

Der Regierungspräsident spielte in dem Dreiakter den Marktgrafen Georg Albrecht, der Hans Heinz (Carl-August Heinz), Peter Müller (Eberhard Hotze) und Hans Georg Müller (Wolfgang Hammerschmidt) am 1. April 1661 die Erlaubnis erteilte, eine Glashütte "in der Kleinen Tettau" zu bauen.

Da diese nicht schreiben konnten, engagierten sie zuvor den Langenauer Pfarrer (Benjamin Baier) mit der Bitte, ihre Anliegen niederzuschreiben. Um den Pfarrer bei Laune zu halten, wurde er entsprechend verköstigt.
Die drei Pioniere äußerten unter anderem den Wunsch, neben der Glashütte drei Wohnhäuser zu errichten, ein Hutweide für das Vieh sowie eine "Schneidte- oder Mahlmühl" zu erhalten. Sie verlangten die Genehmigung für das Ascherbrennen und für ein "Breu-Hauß".

Der Markgraf genehmigte alles, mit Ausnahme des Brauhauses. Dass sich die Bittsteller ihren eigenen Tischtrunk selbst brauen, das könne er nicht gutheißen.

Buchstäblich mitgerissen wurden das Publikum, als Günter Dippold in packender Weise auf die Historie von Kleintettau einging. Dabei kam zu Vorschein, dass das Glasmacherdorf schon von Anfang von Grenzen umgeben war, die Bevölkerung viele Krisen zu meistern und oftmals mit bitterer Armut zu kämpfen hatte. Die erste Glashütte war eine Art Scheune gewesen, die anfangs mit Holzschindeln und später mit Schiefer eingedeckt wurde. In der Mitte des Raumes stand der Offen, an seinen beiden Längsseiten die Tonhäfen, in denen das Glas geschmolzen wurde.

Dippold erwähnte in seinem Vortrag unter anderem Konflikte mit den Forstbehörden im 18. Jahrhundert aufgrund der teuren Holzpreise, den Brand der Glashütte im Jahre 1904, die Arbeitnehmerstreiks im Jahre 1906, die zwei Jahre später wegen unerfüllte Lohnforderungen der Heinzischen Arbeiter zu einem sechsmonatigen Ausstand führten. Kleintettau sei schon vor 110 Jahren eine sozialdemokratische Hochburg gewesen.
"Was für ein Ort, was für eine Geschichte", schloss Dippold seinen Vortrag. Leidenschaft war aus seiner Stimme zu hören, als er die Gegend als rau, die Arbeit als hart und die Lebensbedingungen als schwierig beschrieb. "Und doch: Wie steht Kleintettau heute da?"

Heute werden Glasflakons produziert, die in alle Welt geliefert werden. 1400 Arbeitsplätze sind vorhanden. Die Technik ist hochmodern, die Köpfe sind kreativ. Wer behaupte, so Dippold, dass das Dorf seine Bewohner begrenzt und dumm, die Großstadt aber klug und weitläufig macht, der irrt gewaltig.
Längst schauen die Bürger über den Tellerrand hinaus. Es leben hier Menschen die etwas aus ihren Ort machen, ob es um die Ansiedlung von Highland-Rindern geht, um die Errichtung eines Glasmuseums und demnächst jetzt aktuell um ein Tropenhaus.

Sowohl der Bezirksheimatpfleger als auch die Akteure wurden mit tosendem und nicht enden wollenden Ovationen für ihren Auftritt beziehungsweise Vortrag vom Publikum belohnt. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Sparkassen-Orchester. Durch das Programm führte Bürgermeister Hans Kaufmann.

Quelle: infranken.de, von Veronika Schadek

Hier geht`s zum Artikel auf www.infranken.de


02.04.2011

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